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Verkehrspolitische Positionen des ACS Schweiz

 

Der ACS vertritt die verkehrspolitischen Interessen seiner Mitglieder und der Autofahrenden allgemein. Er setzt sich auf Bundesebene genauso wie auf kantonaler und kommunaler Ebene an vorderster Front dafür ein, dass der motorisierte Individualverkehr in der Mobilität der Zukunft seine Bedeutung behält. Der ACS will sicherstellen, dass die freie Wahl des Verkehrsmittels und der Verkehrsfluss zu jederzeit gewährleistet werden.

Nachfolgend nimmt der ACS zu den aktuell wichtigsten, verkehrspolitischen Themen Stellung:

Für Kostentransparenz bei den verschiedenen Verkehrsträgern
Der ACS fordert eine möglichst hohe Kostentransparenz bei den verschiedenen Verkehrsträgern. In einer Studie hat das ARE errechnet, dass der öffentliche Verkehr bis 2040 einen Zuwachs von 51% gegenüber heute verzeichnen wird. Beim motorisierten Individualverkehr MIV sollen es nur gerade 18% sein. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang, dass 75% des Personenverkehrs auf der Strasse abgewickelt werden. Das in der Studie gezeichnete Szenario, wird langfristig dazu führen, dass für den Ausbau des Strassennetzes, einerseits die finanziellen Mittel und andererseits der Platz fehlen wird. Zudem stellt sich hier die Frage, wie der enorme Zuwachs des öffentlichen Verkehrs finanziert werden kann.

Der ACS toleriert keine einseitige Bevorzugung eines Verkehrsträgers und fordert deshalb höchstmögliche Kostentransparenz. Er wird sich zudem dafür einsetzen, dass dem Ausbau der Strasseninfrastruktur dieselbe Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie demjenigen der Bahninfrastruktur.
Für das Ausbauprogramm Nationalstrassen und das Programm Agglomerationsverkehr des Bundesrats
In der Frühlingssession 2019 hat der Nationalrat die Vorlage für die Weiterentwicklung des Nationalstrassennetzes bis 2030 und die entsprechenden Verpflichtungskredite im Umfang von CHF 14,8 Milliarden gutgeheissen. Gleichzeitig hat er zusätzliche Verpflichtungskredite im Umfang von CHF 1.34 Milliarden freigegeben, um die Verkehrssituation in den Agglomerationen zu verbessern.

Der ACS begrüsst den geplanten Ausbau zur Beseitigung von Engpässen sehr. Er fordert, dass der Infrastrukturausbau vom Bund möglichst schnell vorangetrieben wird, damit die jährlichen Staustunden in der Schweiz reduziert werden können. Denn für den ACS steht die Gewährleistung des Verkehrsflusses im Vordergrund.
Für eine Deckelung des Benzinpreises bei einem Maximum von 5 Rappen pro Liter
Der ACS ist sich der Verantwortung bewusst, dass alle einen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen leisten müssen. Hier sind aber auch die Autobauer und Importeure in der Pflicht. Bestehende und neue Antriebssysteme müssen so entwickelt werden, dass sie so wenig Emissionen verursachen, wie technisch möglich.

Die Massnahmen zum Erreichen der Ziele gemäss Energie-Strategie 2050 dürfen aber nicht auf die Autofahrer allein abgewälzt werden. Der ACS fordert deshalb bei der Totalrevision des CO2-Gesetzes eine Deckelung des Benzinpreises bei einem Maximum von 5 Rappen pro Liter.
Für neue Formen der Mobilität sowie die Vernetzung des privaten Individualverkehrs mit dem öffentlichen Verkehr
Unser Verkehrsnetz, kann wegen der beschränkten Platzverhältnisse aufgrund der Topografie unseres Landes, nicht beliebig ausgebaut werden. Deshalb muss eine verstärkte Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger angestrebt werden. Nicht jeder Verkehrsträger ist überall gleich geeignet. Daher müssen auch neue Formen der Zusammenarbeit gesucht werden. Der ACS fordert, dass nach alternativen, kreativen Lösungen gesucht wird, um die zukünftig benötigte Verkehrsleistung zu gewährleisten. Und dies ohne einseitige Bevorzugung eines Verkehrsträgers oder einer Antriebsform. Die Mobilität der Zukunft muss effizienter und vernetzter werden. Ein Lösungsansatz wäre eine bessere Auslastung der bestehenden Infrastruktur über 24 Stunden durch Brechen der Verkehrsspitzen. Dies könnte mit gezielten Massnahmen, wie flexiblen Arbeitszeitmodellen, Homeoffice, etc. erreicht werden. Auch Car-Sharing und Car-Pooling Modelle können zu einer Entlastung beitragen.
Gegen die einseitige Förderung einzelner Antriebssysteme
Der ACS unterstützt die Entwicklung und den Einsatz neuer Technologien. Gleichzeitig fordert er Transparenz bezüglich der einzelnen Antriebssysteme. Er ist gegen eine einseitige Förderung oder die Verunglimpfung spezifischer Antriebssysteme. Deshalb lehnt er auch Massnahmen, wie beispielsweise Parkplätze auf öffentlichem Grund, die speziell zum Aufladen von Elektrofahrzeigen reserviert werden, strickte ab, da sie ein Antriebssystem gezielt bevorzugen. Auch hier gilt es klar festzuhalten, dass nicht alle Antriebssysteme für jeden Verkehrseinsatz gleich geeignet sind.
Gegen Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen
Der ACS fordert die Gewährleistung des Verkehrsflusses auf Hauptverkehrsachsen. Deshalb lehnt er Tempo 30 auf diesen übergeordneten Strassen kategorisch ab. Wird der Verkehrsfluss auf Hauptverkehrsachsen verhindert, werden die umliegenden Quartiere durch den entstehenden Ausweichverkehr zusätzlich belastet. Dies gilt es aus Sicht des ACS unbedingt zu vermeiden. Einer Einführung von Tempo 30 in Bereichen, in denen es aus Gründen der Verkehrssicherheit unerlässlich ist - z.B. in der Nähe von Kindergärten und Schulen – steht der ACS wohlwollend gegenüber.
Keine voreilige Einführung von Mobility Pricing
Der ACS ist grundsätzlich offen gegenüber neuen Finanzierungsmodellen für unsere Mobilität. Aber erst wenn die Bereitschaft für Kostentransparenz vorhanden ist und wenn sowohl der öffentliche Verkehr als auch der mobilisierte Individualverkehr miteingeschlossen werden, kann über ein Mobility Pricing gesprochen werden. Denn nur wenn alle Verkehrsträger in ein neues Preissystem eingebunden werden, können die Kosten für die Nutzung unserer Infrastruktur verursachergerecht verrechnet werden. Gleichzeitig kann Mobility-Pricing als Instrument zu einer optimierten und damit verbesserten Nutzung der Infrastruktur sowohl auf der Strasse als auch auf der Schiene dienen. Durch das Brechen der Verkehrsspitzen und die Nutzung über einen Zyklus von 24 Stunden, kann eine bessere Bewirtschaftung der Infrastruktur erreicht werden. Ein einseitiges Preissystem, wie das Roadpricing lehnt der ACS strikte ab.
ACS-Beratung +41 31 328 31 11
ACS Assistance-Nummer +41 44 283 33 77