Alles andere als normal

13.08.2020

Nachdem «die schönste Nebensache der Welt» die monatelange Zwangspause hinter sich gelassen hat, können die Fans des Motorsports endlich wieder regelmässige Rennaction geniessen.

Nachdem «die schönste Nebensache der Welt» die monatelange Zwangspause hinter sich gelassen hat, können die Fans des Motorsports endlich wieder regelmässige Rennaction geniessen. Während vor dem TV aber beinahe alles beim Alten ist, erleben die Rennfahrer, Teams und Mitarbeiter der MotoGP jedoch alles andere als Normalität.

«Die Monate zuhause waren wirklich nicht einfach. Ich konnte zwar viel Zeit mit der Familie und mit Freunden geniessen, war vor allem während den letzten Wochen viel in der Schweiz unterwegs und habe Sponsoren besucht. Aber natürlich hat mir das Motorradfahren und die Rennaction extrem gefehlt. Als wir dann endlich wieder loslegen konnten war die Freude riesig – obwohl ich schon sagen muss, dass wir nun in diesen beiden Wochen eine ganz neue Art von Rennsport erlebt haben. Erstmal wurden die Teams schon lange vor dem ersten Testtag in Jerez darüber informiert, dass nur eine limitierte Anzahl Personen zugelassen wird. Einige Teammitglieder mussten also zuhause bleiben. Wir hatten aber das Glück, dass bei uns die wichtigsten Personen hinsichtlich Technik und Renngeschehen dabei sein konnten. Den Zutritt ins Paddock erhält man natürlich nur mit einem negativen Corona-Testergebnis und einmal im Paddock angekommen , hat man dann nur noch sehr eingeschränkte Bewegungsfreiheiten.

Da ich selber jeweils in einem GP-Room übernachte, also einem kleinen Abteil in einem der Wohnmobile, kam ich nicht weiter als einmal quer durchs Paddock und zum Glück ab und zu aufs Motorrad. Andere, die in den Hotels wohnten, kamen abends zwar aus dem Paddock – alles andere als die Fahrt zum Hotel und zurück wurde aber untersagt. Dennoch konnte ich meinen Job genauso machen wie sonst auch. Nicht zuletzt, weil die DORNA, die IRTA und natürlich die Teams das hervorragend organisiert und geplant haben.

Alles in allem hat es sich schon etwas so angefühlt, als wäre man einfach zwei Wochen eingesperrt. Zudem war die Atmosphäre komplett anders als sonst: der Trubel an den Rennweekends mit der Presse, den Sponsoren, Gästen, Familien und Freunden, war plötzlich ganz weit weg. Es waren nur wenige Kameras vor Ort, die meisten Journalisten wurden via Zoom zu den Pressekonferenzen zugeschalten. Die sonst so vollen Hospitalities waren nicht vor Ort und die Startaufstellung war so leer wie wahrscheinlich noch nie in meiner WM-Karriere. Wir haben in diesen zwei Wochen eine komplett neue MotoGP-Welt kennengelernt und obwohl ich froh bin, dass wir nun endlich wieder fahren können, schwingt dennoch irgendwo eine Unsicherheit mit, ob und wann wir wieder ein ganz normales Rennweekend erleben dürfen: mit Gästen, Presse, Fans und dem ganzen Trubel, der dazugehört.

Ihr Tom Lüthi, ACS Botschafter

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