Wo sind die Ritter der Strasse?

Wer in online Medien nach Lebensrettern auf der Strasse forscht, sucht vergebens. Seit die Aktion «Ritter der Strasse» im Jahr 2016 ihre letzten Heldinnen und Helden ausgezeichnet hat und anschliessend aufgelöst wurde, scheint es keine Meldungen mehr über Lebensretter mit Zivilcourage zu geben. Dabei ist eigentlich jeder, der an einen Unfallort heranfährt verpflichtet, anzuhalten und die Rettung zu alarmieren. Allein das kann Unfallfolgen mindern oder auch Folgeunfälle verhindern.

Autounfall - was tun

Nach wie vor passieren auf Schweizer Strassen jedes Jahr rund 17 000 Verkehrsunfälle. Zum Glück verlaufen die meisten davon glimpflich und haben ausser Blechschaden keine grösseren Folgen. Wie schlimm ein Unfall wirklich ist, erkennt man aber oft erst bei näherem Hinsehen. Der ACS war Gründungsmitglied der Aktion «Ritter der Strasse» in Jahre 1969 und hatte bis zur Auflösung der Aktion seinen Sitz in der Jury. Mehr als 400 Personen konnten in dieser Zeit ausgezeichnet werden, hunderte von Fällen wurden an die Jury herangetragen. Aus dieser Erfahrung weiss man beim ACS, wie wichtig es ist, bei einem Verkehrsunfall anzuhalten und beherzt zu helfen.

Nach Ampel-Prinzip vorgehen

In Zeiten von Corona ist es nicht selbstverständlich, bei einem Verkehrsunfall Nothilfe zu leisten. Trotzdem kann man viel tun, um Unfallfolgen zu vermindern. Wer das einfache Ampel-Prinzip beherzigt, kann helfen, Schlimmeres zu verhindern.

Rot: Schauen

  • Überblick verschaffen, Ruhe bewahren.
  • Was ist geschehen? Wie viele Fahrzeuge, Gefahrengut-Fahrzeuge sind involviert?
  • Wer ist beteiligt? Können andere Personen als Helfer beigezogen werden?
  • Wer ist betroffen? Gibt es Verletzte?

Gelb: Denken

  • Gefahr für Helfende ausschliessen, aus der Gefahrenzone bitten.
  • Gefahr für andere Personen ausschliessen und diese von der Unfallstelle weg bitten.
  • Gefahr für Patienten ausschliessen.

Grün: Handeln

  • Sich selber und andere Helfende schützen, Leuchtweste, Maske und Einweghandschuhe tragen (gilt für alle Helfenden).
  • Unfallstelle sichern und signalisieren. Aufstellen des Pannendreiecks (innerorts in mind. 50 Abstand, ausserorts und Autobahn mind. 100 m). Warnblinkanlage und Abblendlicht einschalten.
  • Laufende Motoren abschalten.
  • Nothilfe leisten, evtl. mit Hilfe der Auto-Apotheke. Wenn möglich Verletzte aus der Gefahrenzone bringen (umliegender Verkehr, Brand- oder Explosionsgefahr).
  • Rettung alarmieren. 117 für die Polizei, 144 für Sanität. Melden von drohender Brand- oder Explosionsgefahr.

Die Lage der Unfallstelle und beteiligten Fahrzeuge darf ausschliesslich zum Schutz von Verletzten oder zur Sicherung des Verkehrs verändert werden. Beauftragen Sie andere Helfende, die ursprüngliche Unfallstelle zu fotografieren.

Text: Anita Brechtbühl
Bilder: zVg

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen