ACS erhebt Einsprache:Veloroute Schwamendingen

07.10.2026

Branders Veloroute kostet Schwamendingen zwei Drittel seiner öffentlichen Parkplätze

Stadträtin Simone Brander will für eine neue Velovorzugsroute durch Schwamendingen 153 von 232 öffentlichen Parkplätzen aufheben – zwei Drittel des Bestands. Dazu kommen sechs neue Einbahnregelungen. Dagegen hat der Automobil Club der Schweiz (ACS), Sektion Zürich, Einsprache eingereicht.

«Jeder Verkehrsträger soll im Stadtverkehr seinen Platz haben. Aber ein Projekt, das zwei Drittel der Quartierparkplätze streicht, ohne dass die zuständige Stadträtin eine ernsthafte Interessenabwägung durchführt, in die auch die Interessen der Nichtvelofahrer einfliessen, ist kein Ausgleich – es ist ein Kahlschlag», sagt Ruth Enzler, Präsidentin des ACS Zürich.

Den grössten Einschnitt gibt es bei den blauen Parkplätzen: Von 195 sollen nur 52 verbleiben – ein Rückgang von 73 Prozent. Darüber hinaus wurde auf demjenigen Abschnitt, auf welchem ein Velostreifen vorgesehen ist, die Maximalbreite von 2,50 Meter gewählt, obwohl die städtischen Velostandards auch schmalere Fahrstreifen erlauben würden. Auch in diesem Punkt wird offensichtlich, dass die Stadt einseitig und ohne Rücksicht auf andere Anspruchsgruppen ihre Agenda durchdrückt.

«Besonders betroffen sind Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind: Gewerbler, Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Familien. Für sie ist ein Parkplatz nahe am Arbeitsplatz oder Wohnort keine Frage der Bequemlichkeit, sondern eine Notwendigkeit», sagt Enzler.

Auch die Einbahnregimes überzeugen den ACS nicht. Auf der Regensbergstrasse soll ausgerechnet jene Fahrtrichtung gesperrt werden, in der kaum Durchgangsverkehr unterwegs ist. Die Friedheimstrasse – die naheliegende Parallelverbindung – wird gleichzeitig ebenfalls gesperrt. Der verdrängte Verkehr muss längere Umwege fahren, der teilweise über die Spatenstrasse führt, bei der es sich um eine Tempo-20-Zone handelt. Das Quartier wird folglich stärker von Ausweichverkehr betroffen sein.

Der ACS fordert Stadträtin Brander auf, das Projekt zu überarbeiten. Grundlage muss eine echte Interessenabwägung sein, in welche die Interessen sämtlicher Anspruchsgruppen einfliessen. Fahrstreifen sollen nur so breit wie nötig sein. Einbahnregimes sollen den Verkehrsfluss verbessern – nicht Ausweichverkehr in die Wohnquartiere verdrängen.


Kontakt und weitere Informationen

Automobil Club der Schweiz (ACS), Sektion Zürich

Forchstrasse 95, 8032 Zürich

Tel.: +41 44 387 75 00

E-Mail: info@acszh.ch

Web: www.acszh.ch

Dr. Ruth Enzler

Präsidentin
Automobil Club der Schweiz (ACS), Sektion Zürich
079 405 17 37

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