ACS fordert Rösti auf: Glattalautobahn nicht aufgeben

08.10.2026

Bundestrat Albert Rösti will mit der Vorlage "Verkehr '45" acht Nationalstrassenprojekte im Kanton Zürich streichen.

Bundesrat Albert Rösti will mit der Vorlage «Verkehr '45» acht Nationalstrassenprojekte im Kanton Zürich streichen – darunter Abschnitte auf der N1 im Limmattal, der N3 am linken Zürichseeufer und der N1 in Richtung Winterthur. Sein Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat die Vorlage dazu erarbeitet. Bei der Glattalautobahn geht die Vorlage besonders weit: Die neue Verbinung soll ganz aus der Planung der Nationalstrassen verschwinden.

Der Automobil Club der Schweiz (ACS), Sektion Zürich, lehnt die Streichungen in seiner Vernehmlassungsantwort an Rösti ab. «Der Bund baut die Schiene aus und lässt wichtige Strassenprojekte fallen. Das ist keine ausgewogene Verkehrsplanung. Wer Engpässe auf den Hauptachsen bestehen lässt, drängt den Verkehr in Dörfer und Wohnquartiere», sagt Ruth Enzler, Präsidentin des ACS Zürich

Der ACS begrüsst, dass Albert Rösti Bahn und Strasse gemeinsam plant. Eine solche Planung muss aber auch jenen Menschen und Betrieben gerecht werden, die auf zuverlässige Strassen angewiesen sind – etwa Handwerksbetrieben, Transportunternehmen und Schichtarbeitenden.

Im Raum Zürich Nord und rund um den Flughafen sind leistungsfähige Verbindungen besonders wichtig. Die Bewertungen der ETH und des ASTRA zeigen: Das Projekt rund um die Glattalautobahn würde zusätzliche Kapazität schaffen, Fahrzeiten verkürzen und Ausweichmöglichkeiten bieten, wenn eine Verbindung ausfällt.

Die ETH empfiehlt dennoch, das Projekt nicht weiterzuverfolgen, weil es zu viel koste und schwierig umzusetzen sei. Der ACS zieht daraus einen anderen Schluss: «Ein schwieriges Projekt muss man nicht sofort bauen. Aber man darf sich die Lösung für morgen nicht heute verbauen. Die Glattalautobahn muss eine Option bleiben», sagt Enzler.

Das UVEK will die Lücke in der Oberlandautobahn A15 bis 2045 schliessen. Der ACS begrüsst das, weil dadurch weniger Durchgangsverkehr durch die umliegenden Dörfer fahren würde. Nun muss das UVEK die Planung zügig vorantreiben.

Schweizweit will das UVEK 31 Nationalstrassenprojekte streichen. Der ACS lehnt dies ab und fordert, die Projekte weiterzuplanen und zu bauen, sobald sie baureif sind. Statt auszubauen, will das UVEK auf bestimmten Abschnitten die Pannenstreifen für den Verkehr öffnen. Der ACS begrüsst dies als Übergangslösung, nicht aber als dauerhaften Ersatz für zusätzliche Fahrspuren.

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