Fahrbericht BYD Atto 3 Evo

Auf allen vieren

Nach einer Modellpflege ist der BYD Atto 3 Evo neu als 330 kW (449 PS) starke Allradversion mit 800-Volt-Technik und top Ladeleistung erhältlich.

Die markentypische Designsprache ­«Dragon Face» (Drachengesicht) prägt die Front. Besonders auffallend sind die schrägen Scheinwerfer.
Die markentypische Designsprache ­«Dragon Face» (Drachengesicht) prägt die Front. Besonders auffallend sind die schrägen Scheinwerfer.

Der Chinese gehört mit seinen Abmessungen (L/B/H 4,46/1,88/ 1,62 Meter) zum Segment der kompakten Elektro-SUV (C-Segment). Damit konkurrenziert er etwa mit dem VW ID.4, Škoda Elroq, Hyundai Ioniq 5 bzw. E-Kona oder dem Kia EV3 und MG4.

Die Atto-3-Basisversion mit Hinterradantrieb und 230 kW/313 PS (0–100 km/h in 5,5 sec) kostet CHF 43'990.–. Sie verfügt über die gleiche LFP-Blade-Batterie wie das Topmodell. Mit einer WLTP-Reichweite von bis zu 510 Kilometer ist der Kompakt-SUV definitiv langstreckentauglich. Dank der 800-Volt-Elektroarchitektur und einer massiv erhöhten Ladeleistung (220 statt wie bisher 110 kW) soll der Akku an einer Schnellladestation (DC) im optimalen Fall nach 25 Minuten von zehn auf 80 Prozent gefüllt sein.

Allrad und mehr Leistung

Da der Preisunterschied relativ gering ist, dürfte in der Schweiz die Allradvariante des Atto 3 Evo mit der Ausstattungslinie Excellence für CHF 47'990.– deutlich mehr gefragt sein. Neben dem 4×4-Antrieb bekommt der Kunde viel Leistung (330 kW/449 PS und 560 Nm Drehmoment). Die AWD-Version nutzt einen permanentmagnetischen Synchronmotor hinten (230 kW) und einen Asynchronmotor vorne (100 kW). Die Vorderräder werden nur bei Bedarf zugeschaltet. Mit 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h stösst der rund 2,5 Tonnen schwere Familien-SUV zumindest beim Paradesprint in die Sportwagen-Liga vor. Beide Antriebsversionen können bis zu 1'500 Kilogramm (gebremst) an den Haken nehmen und dank der Vehicle-to-Load (V2L)-Technologie externe Geräte mit bis zu 3 kW laden.

Wie bei der Leistung ist der chinesische SUV auch im Innenraum einem höheren Segment zuzuordnen. Trotz der kompakten Abmessungen bietet er viel Platz, insbesondere auch im Fond und im Gepäckabteil (490 bis 1360 Liter). Dazu bietet sich der 95 Liter grosse Frunk unter der Fronthaube als Stauraum für Ladekabel und Einkaufstaschen an. Der Fahrer liest die Informationen von einem 8,8 Zoll grossen Vollinstrumentenpanel ab, während über der Mittelkonsole ein 15,6-Zoll-Touchscreen positioniert ist. Bei der Topversion Excellence gibt es überdies ein Head-up-Display, beheizbare Rücksitze sowie ein grosses Glasschiebedach mit elektrischem Sonnenschutz.

Neu am Heck sind der Dachkantenspoiler und das zweigeteilte dritte Bremslicht.
Neu am Heck sind der Dachkantenspoiler und das zweigeteilte dritte Bremslicht.

Auf Expansionskurs

Seit der Markteinführung in der Schweiz im April 2025 ist der chinesische Hersteller BYD (Build Your Dreams, dt. Bau Deine Träume) auf Expansionskurs. Aktuell sind es 26 Händlerbetriebe, und bis Ende Jahr sollen es bereits 50 sein. Mit dem Atto 3 Evo verfügt BYD über ein weiteres schlagkräftiges Argument. Er ist zwar keine Design-Ikone, aber bewegt sich bei Materialien und Verarbeitung auf beachtlich hohem Niveau. Zumindest bei der von uns getesteten Topversion bekundet das intelligente Regelsystem (iTAC) auf feuchter Strasse allerdings insbesondere beim Kurvenausgang einige Mühe, die geballte Kraft auf den Asphalt zu transferieren.

Ziemlich selbstbewusst sind die Garantieleistungen: Acht Jahre (oder maximal 200'000 Kilometer) Werksgarantie, dazu eine 8-Jahres-Garantie (oder maximal 250'000 Kilometer) auf die Blade-Batterie und den Elektromotor.

Text Markus Rutishauser / Bilder Werk

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