Neuheiten Cupra Raval

Urbaner Rebell

Der Cupra Raval eröffnete die neue Elektro-Klein­wagenfamilie des VW-­Konzerns. Der extrovertierte Spanier basiert auf derselben MEB+Plattform wie der VW ID. Polo, ID. Cross und Škoda Epiq.

Mit 441 Litern bietet der Raval einen ­beachtlichen Kofferraum für diese Klasse.
Mit 441 Litern bietet der Raval einen ­beachtlichen Kofferraum für diese Klasse.

Der erste Vertreter der neuen «Urban Electric Cars» von Volkswagen trägt den Namen eines Szeneviertels Barcelonas. Im Format trifft der Raval exakt die Anforderungen des Segments. Mit 4,05 Metern Länge bleibt er handlich und stadttauglich. Der Radstand von 2,60 Metern sorgt trotzdem für Geräumigkeit, die erhöhte Sitzposition erleichtert die Übersicht. Weniger überzeugend fällt hingegen das Platzangebot im Fond aus.

Am deutlichsten profitiert der Raval dort, wo Anspruch und Abstimmung tatsächlich zueinanderfinden: beim Fahren mit den stärkeren Varianten. In der Stadt ist der flinke Stromer handlich genug, und in kurvigen Landstrassen-Passagen wirkt er wach, direkt und erstaunlich gierig auf Richtungswechsel. Zum positiven Fahreindruck tragen vor allem die technischen Zutaten des VZ bei. Das elektronische Sperrdifferenzial, die breiteren 235er-Reifen und das adaptive Fahrwerk machen aus dem kleinen Stromer ein ernsthaftes Kurvenwerkzeug. In den Modi Performance und Cupra tritt die Abstimmung sehr straff auf, die Lenkung baut spürbar Widerstand auf, und der Raval hält selbst dann noch sauber die Linie, wenn viele andere Fronttriebler bereits zum Untersteuern neigen

Ladeleistung und Reichweite

Heikel wird es dagegen beim Laden. Unten beginnt die Baureihe mit einer 37-kWh-LFP-Batterie und 85 kW/116 oder 99 kW/135 PS. Damit schafft der Raval eine maximale Ladeleistung von 50 bzw. 90 kW und kommt rund 300 km weit. Darüber rangiert die 52-kWh-NMC-Batterie mit 155 kW/211 oder 166 kW/226 PS. Hier beträgt die maximale DC-Schnellladeleistung immerhin bis zu 105 kW und die Reichweite bis zu 446 km. Wer regelmässig längere Strecken fährt oder auf kurze Ladefenster angewiesen ist, kommt also kaum um die grössere Batterie herum.

CHF 26'700.– für die Basisversion klingt zunächst nach einem akzeptablen Türöffner. Nur kauft man damit eben nicht den Raval, der fahrdynamisch und emotional begeistert, sondern die biederste Version. Die beworbenen Raval-Tugenden sind aber definitiv weiter oben positioniert, bei der grösseren Batterie und mehr Leistung. Genau hier aber steigt der Preis spürbar. Die von uns gefahrene Topversion «VZ Extreme» kostet als Launch Edition mindestens CHF 41'800.–.

Cupra kombiniert beim Raval ein 10,25-Zoll-­Digitalinstrument mit einem 12,9-Zoll-Touchscreen und setzt auf eine Darstellung, die nicht überfrachtet wirkt.
Cupra kombiniert beim Raval ein 10,25-Zoll-­Digitalinstrument mit einem 12,9-Zoll-Touchscreen und setzt auf eine Darstellung, die nicht überfrachtet wirkt.

Unser Fazit

Der Cupra Raval zeigt sich mit zwei Gesichtern. Einerseits ist er ein extrovertierter Elektro-Kleinwagen mit gelungenem Bedienkonzept und – in den passenden Versionen – erfreulich viel Fahrdynamik. Andererseits legt gerade die Einstiegsvariante die Preis-Leistungs-Diskrepanz des Konzepts offen. Der Raval tritt an wie ein kleiner elektrischer Rebell, doch in der Basis bleibt er eher ein sehr gut inszenierter Kompromiss.

Text Frank Wald und Markus Rutishauser / Bilder Werk

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