Fahrbericht Hyundai Ioniq 6 N

Neue Massstäbe

Hyundai legt nach: Als zweites Elektro-Performancemodell nach dem Ioniq 5 N lancieren die Koreaner den Ioniq 6 N, der ab CHF 74'900.– bestellbar ist.

Serienmässig rollt der Ioniq 6 N auf 20-Zoll-Schmiedefelgen. Die schmalen ­Matrix-LED-Scheinwerfer schärfen den Auftritt zusätzlich.
Serienmässig rollt der Ioniq 6 N auf 20-Zoll-Schmiedefelgen. Die schmalen ­Matrix-LED-Scheinwerfer schärfen den Auftritt zusätzlich.

Bei der 4,93 Meter langen und 1,49 Meter niedrigen elektrischen Allrad-Sportlimousine ist alles auf Leistung getrimmt. Der verbreiterte Kotflügel, die aktiven Luftklappen am Frontspoiler und ein grosser Schwanenhals-Heckspoiler erzeugen maximalen Abtrieb und sorgen so für eine gutmütige Fahrstabilität auch bei hohen Geschwindigkeiten. Der gut 2100 kg schwere Ioniq 6 N beschleunigt in 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h (3,2 Sekunden mit Launch Control) und erreicht auf der Rennstrecke oder auf Autobahnen ohne Tempolimit bis zu 257 km/h. Beim Paradesprint sind 5 N und 6 N auf Augenhöhe, während der 5 N noch 3 km/h schneller wird. «Auf der Rennstrecke», so ein Fahrinstruktor, «hat aufgrund seines tieferen Schwerpunkts allerdings der 6 N die Nase knapp vorne.»

Mehr Leistung per Tastendruck

Die beiden Elektromotoren liefern 448 kW (609 PS) und für maximal zehn Sekunden weitere 30 kW (41 PS) bei aktiviertem N Grin Boost, der auch das Drehmoment von 740 auf 770 Nm steigert. Der Ioniq 6 N lässt sich sehr sportlich bewegen. Die innovative Schaltsteuerung N e-Shift bildet dabei enge Übersetzungsverhältnisse nach und verstärkt das Ansprechverhalten. Das dynamische Audiosystem N Active Sound+ orchestriert die «Gangwechsel». So macht das simulierte Schalten über die Wippen am Lenkrad doppelt Spass. Das Gesamtergebnis ist ein noch emotionaleres Fahrerlebnis. Unter der Karosserie steckt eine vollständig neu entwickelte Fahrwerksarchitektur mit hubsensitiver elektronisch gesteuerter Federung (ECS). Ein tiefergelegtes Rollzentrum sorgt für ein dynamisches Kurvenverhalten. Dazu ist ein fortschrittliches Bremssystem verbaut, das mit speziellen Modi sowohl den Einsatz auf der Rennstrecke als auch den Normalbetrieb optimal unterstützt. 

Trotz herausragender Performance bietet die Sportlimousine im Alltag ebenfalls sehr viel Fahrkomfort. Fahrer und Beifahrer sitzen in viel Seitenhalt bietenden Sportschalensitzen. Das N-Sportlenkrad bietet integrierte Tasten für die verschiedenen Drive Modes, den N Grin Boost sowie die individuell konfigurierbaren Custom Modes. Die Pedalerie ist in Aluminiumoptik ausgeführt. Mit an Bord sind umfassende SmartSense-Fahrassistenzsysteme wie der Autobahnassistent 2.0 und der autonome Notbremsassistent 2.0. 

Das weiterentwickelte Managementsystem der 84-kWh-Batterie bietet spezielle Einstellungen für unterschiedliche Rennstrecken-Szenarien wie Drag-, Sprint- oder Langstreckeneinsätze. Optimiertes Thermomanagement und eine verbesserte Batterievorkonditionierung verkürzen die Vorbereitungszeit und ermöglichen eine dauerhaft hohe Leistungsabgabe. Die 400-V–800-V-Multi-Lade-Architektur ermöglicht bis zu 350 kW DC-Ladung und unter optimalen Bedingungen eine Aufladung von 10–80 % in rund 18 Minuten. Der WLTP-Verbrauch liegt laut Hersteller bei 18,7 kWh pro 100 km, was eine Reichweite von bis zu 450 km ermöglicht.

Vom Motorsport inspiriert: Der Schwanenhals-Spoiler.
Vom Motorsport inspiriert: Der Schwanenhals-Spoiler.

FAZIT

Der Hyundai Ioniq 6 N ist zwar nicht billig, bietet aber sehr viel Performance und Ausstattung fürs Geld. Ein leistungsmässig vergleichbarer Porsche Taycan GTS oder Audi RS e-tron GT (beide ab rund CHF 166'000.–) kosten mehr als das Doppelte.

Text Markus Rutishauser / Bilder Werk

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