Mercedes Benz C-Klasse Elektro

Baby-Benz wird erwachsen

Auf dem Weg in die elektrische Zukunft fährt Mercedes-Benz zweigleisig. Während die konventionell angetriebenen ­Modelle weiter produziert werden, kommen die Nachfolger mit E-Antrieb zu den Kunden.

Ein unübersehbares Erkennungszeichen des neuen Modells ist die wuchtige Frontpartie mit 1050 illuminierten Dots.
Ein unübersehbares Erkennungszeichen des neuen Modells ist die wuchtige Frontpartie mit 1050 illuminierten Dots.

Den Auftakt machte der neue elektrische GLC. Und auch die C-Klasse kommt in diesen Tagen als vollelektrisches Modell auf den Markt. Sie erreicht bei den Abmessungen fast die E-Klasse. Mit einer Länge von 4,88 Metern ist die elektrische C-Klasse um 13 Zentimeter länger als die Verbrenner-Variante und nur sechs Zentimeter kürzer als die E-Klasse. Keine Frage, der «Baby-Benz» ist erwachsen geworden.

Wie der Vorgänger übernimmt die elektrische C-Klasse auch in der neuen Auslegung wieder Elemente der Topmodelle des Hauses, in diesem Fall vom EQS. Nicht nur beim Design orientierten sich die Entwickler an der S-Klasse. Mercedes verspricht «auf langen Strecken ein geschmeidiges Fahrverhalten wie bei einer S-Klasse». Dazu tragen die 4,5-Grad-Hinterachslenkung und die Luftfederung Airmatic bei.

Nicht nur das Aussendesign nimmt Anleihen an den grösseren Modellen, auch der Innenraum ist entsprechend gestaltet und dank eines um knapp zehn Zentimeter gewachsenen Radstands deutlich grosszügiger dimensioniert. Das serienmässige Panoramadach verbessert zudem die Kopffreiheit vorne und hinten.

Für den Menschen hinter dem Lenkrad und seine Begleiter wurden neue Sitze entwickelt, die sich den persönlichen Bedürfnissen anpassen. Hinzu kommen eine Massagefunktion über die gesamte Fläche der Rückenlehne und Sitzbelüftung. Die gewählten Materialien sind – keine Überraschung – hochwertig. Bei der Klimatisierung gehört die elektrische C-Klasse zu den schnellen Heizern. Bei Fahrten in der Kälte soll sich der Innenraum, verspricht Mercedes, doppelt so schnell aufheizen wie in konventionell angetriebenen Modellen.

Unter dem coupéhaften Fliessheck verbirgt sich ein 470 Liter fassendes Gepäckabteil.
Unter dem coupéhaften Fliessheck verbirgt sich ein 470 Liter fassendes Gepäckabteil.
Zusammen mit der Ambientebeleuchtung erstrahlen nachts bei Bedarf 162 Sterne über den Insassen.
Zusammen mit der Ambientebeleuchtung erstrahlen nachts bei Bedarf 162 Sterne über den Insassen.

Fast 500 PS und 800 Volt

Als Antrieb kommt beim C 400 4Matic, der zum Verkaufsstart bei den Händlern stehen wird, ein 360 kW (489 PS) leistender E-Motor zum Einsatz, der von einem 94 kWh starken Lithium-Ionen-Akku mit Energie versorgt wird. Zusammen mit der 800-Volt-Technologie und einer Ladeleistung von bis zu 330 kW soll innerhalb von zehn Minuten eine Reichweite von bis 350 Kilometern geladen werden. Insgesamt verspricht Mercedes, auch dank des cw-Werts von 0,22, bis zu 762 Kilometer Reichweite. Aus dem Stand ist Tempo 100 km/h nach vier Sekunden erreicht, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h. Als Verbrauch meldet Mercedes moderate 14,1 bis 18,5 kWh. Ausserdem ist die Limousine für bidirektionales Laden vorbereitet und mutiert so zu einem rollenden Energiespeicher. Wie die Verbrenner-Version kommt auch die elektrische C-Klasse mit einem vollständigen Angebot an Assistenzsystemen. Der Bestellstart erfolgt(e) in diesen Tagen. Dann werden auch die Preise bekannt sein. 

Der C 400 4Matic dürfte ab rund CHF 70'000.– zu haben sein. Später sollen günstigere Versionen folgen. Ob auch noch eine Kombiversion aufgelegt werden wird, ist noch nicht entschieden.

Text Walther Wuttke und Markus Rutishauser / Bilder Werk

Diese Webseite verwendet Cookies.  Datenschutzerklärung