Porsche Taycan

Sportwagen unter Hochspannung

Mit dem neuen Taycan ist auch Porsche im Elektrozeitalter angekommen. Der rein elektrisch angetriebene Sportwagen ordnet sich zwischen dem 911er und Panamera ein und verfügt über eine besonders innovative Schnellladetechnik. Die Modellbezeichnung Taycan stammt aus dem Orientalischen und steht frei übersetzt für ein lebhaftes, junges Fohlen.

Das Aussendesign des Serienfahrzeugs orientiert sich stark an der 2015 vorgestellten Konzeptstudie Mission E. Anstelle der gegenläufigen Türen bei der Studie öffnen die vier Pforten beim 4,96 Meter langen Taycan jedoch konventionell, mit einer klassischen B-Säule dazwischen. Bei der Gestaltung des Cockpits orientierten sich die Designer am Ur-911-er von 1963. Die moderne Interpretation der Anzeigen fokussiert sich beim Taycan auf den Fahrer.

Fahrer und Beifahrer sind im Taycan durch eine breite Mittelkonsole getrennt. Dort befinden sich weder Schalter noch Knöpfe, sondern ein weiterer 8,4 Zoll grosser Touchscreen. Er übernimmt die Steuerung von Fahrzeugfunktionen wie etwa die Klimaautomatik und arbeitet mit haptischer Rückmeldung. Eine integrierte Handschriftenerkennung ermöglicht zudem die schnelle Eingabe von Navigationsadressen oder Telefonnummern. Über dem Monitor befindet sich das Infotainmentsystem im 10,8 Zoll-Format, das zur Bedienung von Navigation und Entertainment dient. 

Einen Verbrennungsmotor, geschweige denn einen Turbolader findet man im Taycan natürlich nicht. Dafür aber einen serienmässigen Allradantrieb und zwei leistungsstarke Synchronmotoren. Der Vorteil gegenüber Asynchron-Maschinen liegt in einer kompakteren Bauweise sowie einem höheren Wirkungsgrad. Eine Besonderheit betrifft die E-Maschine im Heck, die an der Hinterachse mit einem innovativen Zwei-Gang-Getriebe gekoppelt ist. Hierbei sorgt der sehr kurz übersetzte erste Gang für eine hohe Performance beim schnellen Anfahren, während die zweite lang übersetzte Stufe zur Effizienz zum Erreichen der Höchstgeschwindigkeit dient. Die Schaltvorgänge erfolgen ohne jegliche Zugkraftunterbrechung. 

Die beiden Elektromotoren bringen es – sowohl im Turbo als auch im Turbo S – auf eine gleiche Leistung von 625 PS (460 kW). Über eine Overboost-Funktion lässt sich 2,5 Sekunden lang jedoch noch wesentlich mehr Power abrufen. Und die fällt bei beiden unterschiedlich aus. Beim Taycan Turbo sind es 680 PS (500 kW), die Topversion Turbo S entfaltet sogar bis zu 761 PS (560 kW). Insgesamt steht ein gewaltiges Drehmoment von 1050 Newtonmeter (Nm) bereit, beim Basismodell sind es immerhin noch 850 Nm. Damit sprintet der Taycan Turbo S innerhalb von 2,8 Sekunden auf Tempo 100 und – wenn es sein muss – in 9,8 Sekunden auf 200 km/h. Der schwächere Turbo benötigt für die gleichen Disziplinen kaum langsamere 3,2, beziehungsweise 10,6 Sekunden. Maximal erreichen beide Taycan eine Höchstgeschwindigkeit von jeweils 260 km/h. Die maximale Reichweite nach WLTP-Norm soll beim Taycan Turbo bei bis zu 450 Kilometern liegen, beim Turbo S sind es 412 km. 

Die Batterien sind im Elektro-Porsche flach im Fahrzeugboden untergebracht und halten den Schwerpunkt niedrig. Das 93,4 kWh starke Speicherdepot wiegt rund 600 Kilogramm. Der Taycan ist das erste Serienfahrzeug, das mit einer sehr hohen Systemspannung von 800 Volt arbeitet. Gegenüber der sonst üblichen 400 Volt-Technik bei Elektrofahrzeugen verkürzen sich die Ladezeiten dadurch erheblich. Die maximale Ladeleistung beträgt beim Taycan 270 kW. Dank seiner innovativen Technologie soll es möglich sein, ihn im Schnellladenetz in rund fünf Minuten mit Energie für bis zu 100 Kilometer Reichweite (nach WLTP) zu versorgen. Allerdings sind die ultraschnellen Ladesäulen mit einer Leistung von 150 kW oder mehr noch dünn gesät. Daher will Porsche zusammen mit vielen weiteren deutschen Herstellern sowie dem Stromversorger Ionity den Ausbau längs der europäischen Hauptverkehrsachsen rasch vorantreiben. Wird der Taycan dagegen zuhause an einer elf kW leistenden Box vollgeladen, dauert der Vorgang zwischen sechs bis acht Stunden. 

Angeboten wird der knapp 2,3 Tonnen schwere Taycan in den beiden Leistungsstufen Turbo und Turbo S. Die Einstiegsvariante startet bei 194‘900 CHF, das Topmodell Turbo S beginnt bei 237‘500 CHF. Anfang 2020 kommt die viertürige Sportlimousine Taycan auf den Markt und läuft im Porsche-Stammwerk in Zuffenhausen vom Band.

Autor: Markus Rutishauser

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