Velo überholen: Wie viel Abstand ist genug?

Wie viel Seitenabstand braucht es beim Überholen eines Velos? In der Schweiz gibt es dafür keine gesetzlich festgelegte Distanz. Das Strassenverkehrsgesetz verlangt einen ausreichenden Abstand und besondere Rücksicht beim Überholen.

Was ausreichend ist, hängt von der Situation ab: von der Geschwindigkeit, den Platz- und Sichtverhältnissen, dem überholenden Fahrzeug und der Person auf dem Velo. Reicht der Platz nicht für ein sicheres Überholmanöver, muss die nächste geeignete Gelegenheit abgewartet werden.

Warum die Situation entscheidend ist

Ein Velo bewegt sich nicht immer auf einer exakt geraden Linie. Schlaglöcher, Schachtdeckel, Randsteine, Wind oder plötzlich geöffnete Fahrzeugtüren können eine Kurskorrektur notwendig machen. Dieser seitliche Spielraum muss beim Überholen berücksichtigt werden.

Auch Geschwindigkeit und Fahrzeuggrösse spielen eine Rolle: Je nach Situation kann der Luftstrom eines vorbeifahrenden Fahrzeugs auf dem Velo deutlich spürbar sein. Zum sicheren Überholen gehört zudem, erst mit genügend Abstand wieder vor dem Velo einzuscheren.

Und nicht jedes Velo verhält sich gleich. Ein schnelles E-Bike, ein breiteres Lastenvelo oder ein Velo mit Kinderanhänger stellen unterschiedliche Anforderungen an eine Überholsituation. Entscheidend ist deshalb weniger eine bestimmte Zahl als genügend Raum für die konkrete Situation.

Abstand beim Überholen vom Velo

Was Auto- und Velofahrende beitragen können

Mit dem Auto: Vorausschauend überholen, die Geschwindigkeit anpassen, genügend Seitenabstand lassen und erst mit ausreichendem Abstand wieder einscheren.

Mit dem Velo: Möglichst berechenbar fahren und Richtungsänderungen rechtzeitig anzeigen. Dabei genügend Abstand zum Fahrbahnrand und zu parkierten Fahrzeugen halten, um auf Hindernisse reagieren zu können.

Kinder auf dem Velo: mehr Reserve einplanen

Kinder können Geschwindigkeiten und Verkehrssituationen noch weniger zuverlässig einschätzen und ihre Fahrlinie kann weniger konstant sein. Beim Überholen ist deshalb besonders viel Raum und eine angepasste Geschwindigkeit sinnvoll.

Eltern können ihre Kinder unterstützen, indem sie geeignete Strecken wählen, anspruchsvolle Situationen gemeinsam üben und ihnen zeigen, wie sie für andere Verkehrsteilnehmende möglichst gut einschätzbar unterwegs sind.

Text Stefanie Gilgen / Bilder KI

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