Sportler und Praktiker zugleich

Fahrbericht VW T-Roc R

Die Wolfsburger haben mit der R-Version die Modellreihe des Crossovers T-Roc gekrönt. Das mindestens 49'400 CHF teure Topmodell bietet satte 300 PS, Allradantrieb und Fahrleistungen der Extraklasse.

Weshalb soll man den 300-PS-Vierzylinder-Benziner nicht mehrfach nützen, haben sich die VW-Ingenieure zurecht gefragt. Nach dem Golf R (ab 53'300 CHF), dem Audi SQ2 (ab 56'700 CHF) und dem Cupra Ateca (ab 48'500 CHF) kommt das potente Zweiliter-TSI-Triebwerk deshalb auch im T-Roc R zum Einsatz.

Von sanft bis kompromisslos

Auf einem breiten Drehmomentband von 2000 bis 5200 U/min stehen permanent satte 400 Nm zur Verfügung. So sprintet der VW-Crossover in nur 4,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, obschon er mit rund 1,6 Tonnen kein Leichtgewicht ist. Ein manuelles Getriebe steht nicht zur Wahl. Halb so schlimm, denn das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe passt perfekt. Auf entspannten Fahrten wechselt es im Normal-Modus die Gänge stilsicher und beinahe unbemerkt. Wechselt der Fahrer aber in den Race- bzw. S-Modus, peitscht das DSG die Gänge richtiggehend und holt so das Maximum an Leistungsentfaltung heraus.

Den passenden, weil kernigen Sound dazu liefert die optional verbaute Titanabgasanlage des slowenischen Spezialisten Akrapovič (3'550 CHF). Wenn es flott um die Ecken geht, neigt das Fahrwerk zumindest im Race-Modus zum Untersteuern, was nicht zuletzt dem Radstand (2,59 m) und dem hohen Schwerpunkt geschuldet ist. Zum grundsätzlich straff abgestimmten Sportfahrwerk empfiehlt sich die Adaptive Fahrwerksregelung DCC (1'020 CHF).

Die Lenkung reagiert bei schnellen Richtungswechseln sehr präzise und die 17 Zoll grosse Bremsanlage, ebenfalls aus dem Golf R alimentiert, verzögert in jeder Fahrsituation vorbildlich. Der mit einer Haldex-Kupplung operierende Allradantrieb transportiert bei Bedarf bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die Hinterachse. So kommt man mit dem T-Roc R auch auf losem Untergrund oder auf Schnee problemlos voran.

Lob für Sportsitze, Kritik für Hartplastik

Im Interieur, wo diverse Features mit dem exklusiven R-Logo ausgezeichnet sind, haben uns die Sportsitze am besten gefallen. Sie sind hochwertig verarbeitet und bieten maximalen Seitenhalt. Gut in der Hand liegt auch das Multifunktionssportlenkrad mit Schaltwippen. Wie seine zivileren Brüder holt sich bei der Haptik leider auch der T-Roc R keine Topnoten ab. Da wird definitiv zu viel Hartplastik verbaut. Bleibt zu hoffen, dass dieses Minus bei der ersten, für nächstes Jahr vorgesehenen Modellpflege korrigiert wird. Auf unserer Wunschliste würde dann gleich auch noch ein Head-up-Display stehen.

FAZIT

Die R-Version des T-Roc vereint drei Welten: Sportlichkeit, familienverträgliche Tugenden und den allseits geschätzten besseren Überblick dank erhöhter Sitzposition. Eine gelungene Symbiose zwischen Sportler und Praktiker. Ein Alltagsauto, das sich dank Allradantrieb auf allen Unterlagen bewährt und sowohl den sportlich orientierten Familienvater als auch die praktisch gepolte Ehefrau zufriedenstellt – oder auch umgekehrt.

Autor: Markus Rutishauser

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