Peter Keller Henggart Peugeot 404 Pininfarina Coupé 1966, 4-Zylinder 1‘600 ccm, 88 PS
Peter Keller Henggart
Peugeot 404 Pininfarina Coupé 1966, 4-Zylinder 1‘600 ccm, 88 PS

«Die schöne Französin im italienischen Gewand»

«Die von Pininfarina in den 60er-Jahren karossierten Coupés sprechen eine ganz eigene Formensprache und sind in ihrer Eleganz bis heute einzigartig, unverkennbar und unerreicht. 

Ich habe mein Peugeot-404-Coupé 2007 in Frankreich entdeckt und habe mich sofort in seine elegante Form verliebt. Schliesslich konnte ich es von seiner Erstbesitzerin, Madame Honoré Larroque aus Toulouse, erwerben. 

Die Coupés der 404-Baureihe waren, mit 6000 gebauten Exemplaren viel seltener als die 1'2000-mal gebaute Cabriolet-Version und kosteten 1966 in der Schweiz immerhin 1000 Franken mehr. 

Mein Auto war noch keine 100'000 Kilometer gefahren und das Interieur zeigte sich in schönem Originalzustand, aber die Karosserie hatte doch eine, sagen wir mal «ausgesprochene Patina », mit Dellen und Schrammen praktisch an jedem Blechteil. Ich entschloss mich deshalb, den Peugeot in seinem Originalfarbton neu zu lackieren. Die mit Kunstleder bezogenen Sitze waren immer noch schön, nur die Teppiche vorne musste ich erneuern. 

Mechanisch brauchte der Wagen eigentlich nicht viel. Natürlich mussten die Bremsen revidiert und der Auspuff sowie die Stossdämpfer und Reifen erneuert werden. Sämtliche benötigten Ersatzteile fand ich bei einem Spezialisten für französische Oldtimer in Deutschland. 

Nach der Importierung des Autos in die Schweiz dauerte es allerdings noch einige Jahre, bis mir die Zeit erlaubte, den Peugeot wieder flott zu machen und so wurde der Wagen erst 2019 als Veteran vorgeführt. Im Zuge der Restaurierung fand ich auf einem Blechteil einen Stempel «17.4.1966, Grenoble». Das Teil wurde also einen Tag vor meinem Geburtstag gepresst und anschliessend bei Pininfarina in Turin eingebaut. Die fertig lackierten Karosserien wurden schliesslich in Frankreich mit der ganzen Mechanik vereint. Logistik vom Feinsten! 

Der Wagen, mit seiner Lenkradschaltung, ist sehr angenehm und fein zu fahren. Natürlich sind 88 PS heutzutage nicht mehr atemberaubend, aber um entspannt zu reisen und das Auto und die Landschaft zu geniessen, reicht es allemal. 

Als Besonderheit weist mein Auto eine damals nur als Extra erhältliche Kugelfischer-Einspritzung auf, also so ganz unsportlich ist mein 404 dann eben doch nicht. Die vier Trommelbremsen haben ein feines Ansprechverhalten und das Auto wirkt solide und absolut alltagstauglich.

Man kann sich gut vorstellen, mit gemächlichen 90 km/h einer von Pappeln gesäumten Route Nationale entlang zu bummeln. Wirklich grosse Distanzen sind wir mit dem Peugeot bis dato noch nicht gefahren. 

Die längste Reise führte uns von Winterthur nach St. Gallen und trotzdem ist Madame Honoré Larroques Peugeot fast schon Teil der Familie geworden. Passanten kennen im besten Fall einen 404, aber eine Coupé-Version ist heutzutage praktisch unbekannt. 

Ein Verkauf kommt überhaupt nicht in Frage, zu sehr gefällt uns allen dieses elegante Coupé.»

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