Geschätzte ACS Mitglieder
Dieses Jahr war ich wieder im Autocross-Sport unterwegs. In der Autocross-Schweizermeisterschaft fuhr ich ein Doppelprogramm und hüpfte an den Rennen zwischen zwei Kategorien hin und her: Tourenwagen und Crosskarts. Eine grosse Challenge sich immer wieder an einem anderen Fahrzeug anzupassen. Mit einem Doppelsieg in Bure konnte ich in der Gesamtwertung den 3. Rang in beiden Kategorien realisieren.
Im September hatte ich dann einen Gaststart in der Autocross-Europameisterschaft im italienischen Maggiora. Mit jeweils 50 Startern boomt die Autocross-EM zurzeit stark. Das Qualifying verlief gut, jedoch nicht perfekt. Mit Rang 13 war ich nicht ganz zufrieden, denn bei den extrem engen Zeitabständen wäre mehr möglich gewesen. Die 50 Fahrer werden für die Vorläufe jeweils fünf Gruppen unterteilt, was bedeutete, dass ich als Dritter in meiner Gruppe starten konnte. Leider war mein Start mittelmässig und ich büsste eine Position ein, welche ich trotz besserer Pace nicht mehr zurückerobern konnte.
Für zweiten Vorlauf wärmte ich meine Hinterreifen mehr auf und kam dadurch besser vom Start weg und konnte den 3. Platz übernehmen. Dem Führungsduo konnte ich gut folgen und das Rennen als Dritter beenden, was einen sicheren Platz im Halbfinale bedeutete.


Beim dritten Vorlauf ging es darum nochmals eine möglichste gute Platzierung herauszuholen, um im Halbfinale weiter vorne starten zu können. Ich erwischte einen guten Start und konnte mich in der ersten Kurve schon fast auf dem 2. Platz einreihen, als ich vom Meisterschaftsführenden David Méat in die Streckenbegrenzung abgedrängt wurde und auf den 5. Rang zurückfiel. Es sollte nicht mein letzter Kontakt mit dem dreifachen Europameister bleiben...
In der Summe der Vorläufe bedeutete dies, dass ich im Halbfinale als Achter starten musste. Für den Einzug in den Final war eine Top-5 Platzierung notwendig. Ich erwischte einen soliden Start, der neben mir gestartete David Méat kam noch etwas besser weg und reihte sich vor dem ersten Bremspunkt vor mir ein. Dort kam er bereits am Kurveneingang sehr quer und bei nicht optimaler Sicht im Staub berührte ich ihn ganz leicht an seinem Heck. Dies reichte bereits aus, dass es ihn drehte und zum Stillstand kam. Ich konnte ausweichen und die Fahrt an 6. Position fortsetzen. Schnell schloss ich zu den Vorderleuten auf, konnte diese auch überholen und wurde als 4.

Argumente stechen nicht
Dies war der Finaleinzug. Theoretisch… Im Fahrerlager angekommen, kam direkt
die Meldung, dass ich bei der Rennleitung antraben musste. Dort zeigte der
Rennleiter die Startszene nochmals und sagte ziemlich klar, dass ich die
Kollision verursacht habe. Meine Argumente, Méat hatte sich schon vor der Kurve
fast selbst gedreht und es einfach ein normaler Startzwischenfall mit diversen
leichten Kontakten, wie er im Autocross praktisch immer vorkommt, stiessen auf
kein Gehör. Mir wurde die Schwarze Flagge gezeigt, was mit der Disqualifikation
gleichbedeutend war. Mir blieb nichts anderes übrig als die Entscheidung zu
akzeptieren und respektieren. That’s Racing…
Trotz der Enttäuschung war ich im Grossen und Ganzen zufrieden mit meinem Gaststart. Zum Vergleich, eine Woche später machte der amtierende Rallye-Weltmeister Thierry Neuville auch einen Gaststart in der Autocross-EM. Mit Müh und Not qualifizierte er sich für das Finale. Das zeigt, wie hoch das fahrerische Niveau im Autocross mittlerweile ist.
Simracing zum Abschluss
Meine Saison ist noch nicht ganz zu Ende. Ab November finden die Rennen zur
Schweizer Meisterschaft im Simracing
statt. Mit neuem Konzept und Fahrzeug. Es ist toll, dass der ACS diese
Meisterschaft nun seit einigen Jahren unterstützt und damit dem Simracing-Sport
eine Bühne gibt! Natürlich versuche ich den Titel zurückerobern!
Herzliche Grüsse
Thomas Schmid, ACS Botschafter