Fahrbericht Alpine A390

Design-Leuchtturm mit Ambitionen

Mit dem Sportfastback A390 lanciert Alpine einen dynamischen Alltagsstromer mit herausragender Optik. Auch dank Allradantrieb wird das neue Topmodell in der Schweiz gut ankommen.

Drei Elektromotoren bilden den ersten Allradantrieb von Alpine und sorgen im Zusammenspiel mit dem Active Torque Vectoring für maximale Sicherheit und Agilität.
Drei Elektromotoren bilden den ersten Allradantrieb von Alpine und sorgen im Zusammenspiel mit dem Active Torque Vectoring für maximale Sicherheit und Agilität.

Nach dem noch mit einem Benzinmotor angetriebenen Sportcoupé A110 (seit 2017), dessen Nachfolger ebenfalls elektrisch wird, und dem kompakten A290 (seit 2024) ergänzt die Renault-Tochter ihr Modellportfolio Anfang 2026 mit der A390. Mit dem Sportfastback versucht sich Alpine neu in der oberen Mittelklasse zu positionieren. Mit dem familientauglichen Fünfsitzer will die Marke ihren Kundenstamm deutlich erweitern. Wir konnten das neue Topmodell der Marke bereits auf rund 500 Kilometern testen – und waren beeindruckt.

Kompakte Grösse

Optisch ragt die Alpine A390 als Gesamtkunstwerk aus der Masse heraus und bildet einen wohltuenden Kontrast zu den eher beliebigen und austauschbaren Günstigprodukten aus China. Hervorzuheben gilt es die einzigartige Lichtsignatur sowohl in der Front als auch am Heck. Sechs Karosseriefarben und zwei Rädergrössen (20 oder 21 Zoll) stehen zur Wahl. Trotz grosszügiger Raumverhältnisse inklusive Kofferraum (532–1643 Liter) bleibt der in Frankreich produzierte Sportfastback kompakt: Mit einer Länge von 4,62 Metern lässt er sich auch im urbanen Umfeld leichtfüssig manövrieren.

Das Interieur des Fünftürers ist zwar etwas weniger spektakulär als das Exterieur, besticht aber durch Sportlichkeit, Liebe zum Detail und hochwertige Materia­lien. Das unten abgeflachte Sportlenkrad ist mit blauem Nappaleder überzogen und liegt super in den Händen. Besondere Gadgets sind die Multi-Sense-Taste, der etwas gewöhnungsbedürftige blaue Drehschalter für die drei Rekuperationsstufen sowie die rote Overtake-Taste, die bei Überhol- oder Beschleunigungsvorgängen kurzzeitig für zusätzlichen Schub sorgt. Die beiden hochauflösenden 12,3-Zoll- und 12-Zoll-Displays inklusive haptischer Schalter sind der Fahrerin oder dem Fahrer zugewandt. Schade nur, dass für die A390 auch optional kein Head-up-Display erhältlich ist.


Die Kurvenkönigin

Der niedrige Schwerpunkt und die idea­le Gewichtsverteilung von 49:51% (vorne/hinten) ermöglichen im Zusammenspiel mit dem High-Performance-­Fahrwerk ein lebendiges und dyna­misches Fahrverhalten. Insbesondere in zügig gefahrenen Kurven liegt die A390 ausgezeichnet. Die Kraft wird dabei von drei Elektromotoren (zwei hinten, einer vorne) mittels reaktionsschnelle Drehmomentverteilung (Alpine Active Torque Vectoring) in jeder Situation optimal verteilt.

Die rund 2,1 Tonnen schwere Alpine A390 ist in zwei Versionen, als GT mit 295 kW (400 PS) und 661 Nm sowie als GTS mit 345 kW (470 PS) und 824 Nm erhältlich. Der GTS beschleunigt in 3,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und somit neun Zehntel schneller als der GT. Beide Versionen ­verfügen über eine 89 kWh grosse Lithium-Ionen-Batterie, die mit maximal 150 kW (GT) oder 190 kW (GTS) lädt. Als Verbrauch gibt Alpine 18,7 bis 20,4 kWh pro 100 Kilometer an, was beim GT eine maximale Reichweite von 557 Kilometern ermöglicht. Von 15 bis 80% lädt der GT in 29 Minuten, der GTS vier Minuten schneller.

Der Basispreis für die A390 GT soll Anfang Januar 2026 bekanntgegeben werden. Gleichzeitig öffnen die Bestellbücher. Im März 2026 weden die ersten Fahrzeuge bei den Händlern stehen und im zweiten Quartal der stärkere GTS folgen. Preislich dürfte sich der GT bei rund CHF 65'000.– und der GTS bei rund CHF 75'000.– bewegen.

Die Heckansicht schmückt ein hinterleuchteter Alpine Schriftzug, umrahmt von fragmentierten Dreiecken.
Die Heckansicht schmückt ein hinterleuchteter Alpine Schriftzug, umrahmt von fragmentierten Dreiecken.

Text Markus Rutishauser / Bilder Werk

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