Die Stellantis-Tochter Fiat geht bei seinem Stadtfloh Cinquecento (500) den umgekehrten Weg: Auf die Elektroversion lassen die Turiner einen teilelektrifizierten Verbrenner folgen.

Über sieben Millionen Exemplare des Cinquecento sind in zwei Perioden gebaut worden: Von 1957 bis 1975 im Werk Mirafiori in Turin und seit seiner Neulancierung von 2007 bis 2024 in Polen. Jetzt kehrt der verlorene Sohn in die Heimat zurück und wird wieder in seinem Stammwerk gefertigt. Zurück zu den Wurzeln gehen die Norditaliener auch bei der Motorisierung. Wie andere Hersteller passt sich Fiat der Marktentwicklung an und stellt seinem Elektrozwerg eine Verbrennerversion zur Seite.
Angetrieben wird sie von einem 65 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, der beim Anfahren und Beschleunigen auf die Unterstützung eines Elektromotors zählen darf. Der WLTP-Verbrauch des Fronttrieblers soll laut Hersteller bei 5,3 l/100 km liegen. Gekoppelt ist der Antrieb exklusiv an ein manuelles 6-Gang-Getriebe «Made in Italy». Ein Automatikgetriebe gibt es auch nicht gegen Aufpreis, weil es dafür schlichtweg keinen Platz im Motorraum gibt. Es war für die Ingenieure bereits eine grosse Herausforderung, die ursprünglich für den reinen Elektroantrieb entwickelte Plattform den Bedürfnissen eines Verbrennermotors mit Schaltgetriebe und Abgasanlage anzupassen.
Aufgrund der Abmessungen (L/B/H 3,62/1,68/1,53 m) ist das Platzangebot im 2+2-Sitzer wenig überraschend überschaubar. Dafür passt der knapp 1,1 Tonnen leichte Italo-Floh in praktisch jede noch so kleine Parklücke – und der Wendekreis ist eine wahre Freude. Die Fahrleistungen sind moderat:
Ampelstarts sind zwar definitiv nicht seine Stärke (0-100 km/h in 16,2 Sekunden), doch zumindest die Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h genügt für Schweizer Strassen allemal. Das Fahrwerk ist überraschend komfortabel, die Lenkung präzise direkt und das manuelle Schalten flüssig möglich.
Das Interieur präsentiert sich sehr ordentlich verarbeitet und die verwendeten Materialien angesichts des Kostendrucks ansprechend. Es gibt sogar veganes Leder und einen attraktiven Bi-Color-Look. Über den 10,25-Zoll-Zentraldisplay lassen sich die wichtigsten Einstellungen vornehmen. Ein Navigationssystem sucht man hingegen vergeblich. Immerhin lässt sich das System einfach mit dem Smartphone verbinden und so Google Maps verwenden.


Es gibt zwar nur eine Motorisierung, von dieser aber gleich drei Versionen. So ist der Fiat 500 Hybrid als Berlina, (Faltdach)-Cabrio und als 3+1-Version bestellbar. Letztere verfügt auf der rechten Seite über eine zweite Tür.
Beim Einstiegsmodell «Pop» (CHF 19'880.–) sind Stahlräder, schwarze Stoffsitze und eine manuelle Klimaanlage verbaut.
Die Einführungsedition «Icon» für CHF 21'990.– umfasst Leichtmetallräder und zusätzlich das 10,25-Zoll-Zentraldisplay sowie einen Tempomaten. Die Topversion heisst «La Prima» und bietet für CHF 23'490.– zusätzlich beheizbare Kunstledersitze und ein für dieses Segment vollständiges Programm an Fahrassistenzsystemen.
Text Markus Rutishauser / Bilder Werk/mru