Fahrbericht Polestar 5

Leiser Luxus

Mit dem Fünfer, einem vollelektrischen Grand Tourer, will sich Polestar im Segment der elektrischen Premium- und Performance-Fahrzeuge etablieren. Dabei zielen die Schweden etwa auf den Porsche Taycan, Audi RS e-tron GT oder Lucid Air GT.

Die erste Medienfahrt mit dem Polestar 5 führte über rund 6'000 Kilometer von Göteborg bis in die Sahara.
Die erste Medienfahrt mit dem Polestar 5 führte über rund 6'000 Kilometer von Göteborg bis in die Sahara.

Der Polestar 5 wird in Göteborg und in Coventry (GB) entwickelt und designt, produziert wird er allerdings in China. Rund 80 Prozent von Polestar gehören seit Februar 2024 dem chinesischen Auto-Giganten Geely, gut 18 Prozent hält weiterhin Volvo. Bestehen bleibt trotz der Veräusserung der Eigentümeranteile die Zusammenarbeit im Bereich des Vertriebs und des Kundendiensts. Polestar wird als unabhängige Marke im Geely-Verbund geführt.

In der Schweiz ist der schwedische Hersteller mit dem Polestar 2 seit Oktober 2020 präsent. Der erste offizielle Showroom wurde im Frühjahr 2021 im Herzen von Zürich eröffnet. Aktuell ist der 4er (ab CHF 49'900.–) das klar meistverkaufte Polestar-Modell in der Schweiz.

Ein Nischenprodukt

Daran wird auch die Lancierung des Polestar 5 nichts ändern. Trotz seiner unbestrittenen Talente wird das neue Topmodell ein Nischenprodukt bleiben. Das dürfte auch am Preis liegen, kostet doch der viertürige GT in der Dual-Motor-Launch-Edition (748 PS/550 kW, 812 Nm, 0-100 km/h in 3,9 sec) mindestens CHF 115'000.–. Für das Performance-Modell (884 PS/650 kW, 1015 Nm, 3,2 sec) sind es nochmals CHF 20'000.– mehr.

Dass der gut 2,5 Tonnen schwere Polestar bis zu 250 km/h schnell wird, ist nur in Deutschland von Bedeutung. In der Schweiz sind beide Versionen bereits bestellbar. Die ersten Fahrzeuge dürften im September/Oktober ausgeliefert werden.

Mit viel Detailarbeit wie dem Dachspoiler inklusive Heckkamera wurde die Aerodynamik optimiert und die Reichweite erhöht.
Mit viel Detailarbeit wie dem Dachspoiler inklusive Heckkamera wurde die Aerodynamik optimiert und die Reichweite erhöht.
Der coupéförmige Grand Tourer auf dem 2'081 Meter hohen Pas de la Casa im Fürstentum Andorra.
Der coupéförmige Grand Tourer auf dem 2'081 Meter hohen Pas de la Casa im Fürstentum Andorra.

Grosse Reichweite

Beide Versionen basieren auf einem selbstentwickelten Aluminium-Unibody sowie einer 800-Volt-Architektur und verfügen über einen 112 kW grossen Lithium-Ionen-Akku. Dank einer maximalen DC-Leistung von bis zu 350 kW vergehen nur gut 22 Minuten, bis die Batterie wieder von 10 auf 80 Prozent aufgeladen ist. Damit schafft der Grand Tourer bis zu 670 km (Dual-Motor) beziehungsweise 565 km (Performance) und ist somit nicht nur alltags-, sondern auch langstreckentauglich.

Luxuriöses Innenleben

Auf einer Länge von 5,08 Meter bietet der schwedische Grand Tourer grosszügige Platzverhältnisse, insbesondere für bis zu drei Personen im Fond. Eher bescheiden ist hingegen das Kofferraumvolumen von 400 Liter, das sich mit umgeklappter Rückbank auf 1'100 Liter erweitern lässt. Neben der fehlenden Heckscheibe, die durch eine Heckkamera und den digitalen Rückspiegel ersetzt wird, fallen die sauber verarbeiteten recycelten Materialien (u. a. Flachs-Verbundwerkstoff) auf. Dazu gibt es ein grosses Head-up-Display, den 14,1 Zoll grossen Infotainment-Bildschirm sowie ein hochwertiges Bowers & Wilkins-Soundsystem.

Das Interieur des Polestar 5 ist skandinavisch unaufgeregt, kombiniert aber innovative Materialien mit spannenden Details.
Das Interieur des Polestar 5 ist skandinavisch unaufgeregt, kombiniert aber innovative Materialien mit spannenden Details.

Unser erster Eindruck

Wir durften den Polestar 5 in der Dual-Motor-Version im Rahmen der Einführungsveranstaltung, die von Göteborg quer durch Europa bis in die marokkanische Sahara führte, auf einer rund 400 km langen Teilstrecke einem ersten Test unterziehen. Neben den Fahrleistungen überzeugte der Grand Tourer mit viel Komfort und hoher Laufruhe.

Das Potenzial der Basisversion scheint uns absolut ausreichend. So ist jedem selbst überlassen, ob er für die 136 PS Mehrleistung des Performance-Modells trotzdem die CHF 20'000.– zusätzlich aufwenden will.

Text Markus Rutishauser / Bilder Werk

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